Ob du ein Kinderzimmer gestalten, einen Gruppenraum in der Kita verschönern oder eine Beschäftigung für das Wartezimmer in der Kinderarztpraxis suchst: Hier findest du unterschiedliche Kalenderideen.
Außerdem zeigen wir dir, wie Kinder die Kalender im Alltag nutzen können und welcher Kinderkalender zur Wanddekoration am besten für dich eignet.
Welcher Wandkalender für Kinder passt zu welchem Zweck?
Ein Wandkalender für Kinder sollte immer einen bestimmten Zweck erfüllen: ein Bildkalender kann zum Beispiel einen Raum gestalten, ein Wimmelkalender lädt hingegen zum Suchen, Finden und Erzählen ein und ein klassischer Wochenkalender macht Abläufe sehr praktisch sichtbar. Wenn du insbesondere einen Kalender zur Terminkoordination suchst, sollte der Kalender natürlich beschreibbar sein und speziell für Kinder auch über gut erkennbare Motive verfügen.
Beginne bei der Suche nach einem passenden Kinderkalender daher mit einer einfachen Frage: Soll der Wandkalender vor allem angeschaut, bespielt oder beschrieben werden? Ein schönes Motiv allein sagt noch wenig darüber aus, ob der gewünschte Kalender in eurem Familienalltag auch wirklich seinen praktischen Zweck erfüllt.
Fünf schöne Kalenderideen für Kinder
1. Bildkalender: jeden Monat etwas Neues anschauen
Tiere, Landschaften oder fantasievolle Illustrationen: Bildkalender eignen sich, wenn die Wandgestaltung im Vordergrund steht. Wähle am besten Motive, zu denen dein Kind einen Bezug hat. Vielleicht entdeckt es darin etwas, das ihr beim nächsten Spaziergang sogar wiedererkennen könnt.
2. Wimmelkalender: suchen, entdecken und gemeinsam erzählen
Wimmelkalender zeigen detailreiche Bilder mit vielen kleinen Szenen. Kinder können Tiere suchen, Figuren verfolgen oder überlegen, was als Nächstes passiert. Ein Wimmelkalender ist also immer dann besonders gut geeignet, wenn er der Startpunkt für eine gemeinsame Interaktion mit dem Kind sein soll.
3. Wochenkalender mit Symbolen: den Alltag besprechen
Ein Wochenkalender mit selbst gewählten Bildern kann zeigen, wann Kita, Schwimmen oder ein Besuch anstehen. Damit er im Alltag hilft, sollten Erwachsene die Symbole mit den Kindern besprechen und Änderungen gemeinsam eintragen.
4. Jahreszeitenkalender: draußen und drinnen verbinden
Ein Jahreszeitenkalender bietet saisonale Anknüpfungspunkte für Gespräche über das Wetter oder die Natur. Was zeigt das Bild, und was sehen wir tatsächlich vor dem Fenster? Gerade die Unterschiede zwischen Bild und Realität machen die Unterhaltung für Kinder interessant. Nicht jeder Wintertag bringt schließlich Schnee.
5. Geburtstags- oder Familienkalender: gemeinsame Termine sichtbar machen
Ein Geburtstagskalender hält wiederkehrende Anlässe fest. Ein Familienkalender bietet je nach Gestaltung Platz für mehrere Personen und ihre Termine. Wer vor allem organisieren möchte, sollte auf Schreibflächen und Übersicht achten.
| Kalenderart | Besonders passend für | Vor dem Kauf prüfen |
| Bildkalender | Dekoration und wechselnde Motive | Gefallen die Bilder auch beim längeren Anschauen? |
| Wimmelkalender | Suchspiele und Bildergeschichten | Sind kleine Details auch für Kinder noch gut zu erkennen? |
| Wochenkalender | Wiederkehrende Abläufe | Können die Kinder die Symbole zuordnen? |
| Jahreszeitenkalender | Gespräche über Natur und Wetter | Lassen sich die Motive mit dem eigenen Alltag verbinden? |
| Geburtstags- oder Familienkalender | Anlässe und Terminorganisation | Gibt es ausreichend Platz zum Eintragen? |
Im Kinderzimmer: eine kleine Entdeckerecke gestalten
Ein Wandkalender im Kinderzimmer wird interessant, wenn Kinder ihn gut sehen können. Prüfe daher den Platz aus der Perspektive deines Kindes: Lassen sich die Bilder gut erkennen, oder hängt der Kalender so hoch, dass nur Erwachsene etwas entdecken können?
Für einen Wimmelkalender bietet sich ein Platz nahe einer Leseecke an. Dort könnt ihr euch gemeinsam in einer Wimmelwelt verlieren und anschließend ein schönes Buch lesen. Der Kalender muss dabei kein tägliches Programm werden. Manchmal genügt eine simple Frage, um die Fantasie deines Kindes anzuregen: „Wo war nochmal der Hund zu sehen?“
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt, beim gemeinsamen Betrachten von Bilderbüchern über das Sichtbare zu sprechen und Kinder die Bilder deuten zu lassen. Diese Gesprächsidee lässt sich auch für ein Wimmelbild aufgreifen. Ein Wandkalender ersetzt dabei aber weder das gemeinsame Lesen noch das freie Spielen.
Quelle: BIÖG: Kleinkinder & Medien.
In der Kita: ein Bild, viele unterschiedliche Geschichten
Ein Kalender für die Kita kann organisatorische Aufgaben übernehmen oder als Bild zum gemeinsamen Betrachten dienen. Für den Morgenkreis sind bei einem Kalender eben andere Eigenschaften wichtig als für die Terminplanung im Büro.
Bei Wimmelbildern lohnt sich ein kleines Gruppenspiel: Ein Kind zeigt eine Entdeckung, ein anderes ergänzt, was dort passieren könnte. Danach darf die Gruppe eine eigene Geschichte entwickeln. Beginne beispielsweise mit: „Heute folgen wir (Name der Figur). Was könnte Sie vor haben?“
Wähle für das gemeinsame Betrachten einen Platz, an dem die Kinder nah genug am Bild sein können. Selbst ein großes Format hilft wenig, wenn die Gruppe quer durch den Raum gucken und auf winzige Details schauen muss.
Unsere Empfehlung: Nutzt das Bild als offenen Gesprächsanlass. Es muss nicht jedes Kind dieselben Dinge finden oder dieselbe Geschichte erzählen.
In der Kinderarztpraxis: eine Suchidee für die Wartezeit
Ein Wandkalender für das Wartezimmer sollte für Kinder und Erwachsene sofort verständlich sein. Ein Wimmelbild bietet dafür zum Beispiel einen sehr einfachen Einstieg: anschauen, etwas entdecken und bei Interesse weitersuchen. Man muss keine Geschichte von Anfang an kennen.
Eine kleine Frage kann den Einstieg zudem erleichtern: „Welches Tier entdeckst du zuerst?“ Oder: „Was würdest du in diesem Bild gern machen?“ Eltern können daraus ein Gespräch entwickeln, ohne, dass zusätzliches Spielmaterial benötigt wird.
Prüfe vor der Auswahl, ob die Motive von den Sitzplätzen aus gut zu erkennen sind. Da Wartezimmer meist recht klein sind, bietet sich zum Beispiel ein Wandkalender im A2-Format an. Dieser ist groß genug, sodass man auch auf kürzeren Distanzen viele Details erkennen kann. Besonders detailreiche Bilder funktionieren meist jedoch besser beim näheren Betrachten im Stehen. Zum Aufhängen würde sich hier insbesondere der Durchgangsbereich eignen - sofern dieser groß genug ist.
Ein durchdachter Wimmelkalender stellt also eine willkommene Beschäftigung für Eltern dar, die darauf warten aufgerufen zu werden.
Worauf solltest du beim Kauf eines Wandkalenders achten?
Diese Fragen helfen dir bei der gezielten Auswahl:
1. Welchen Zweck soll der Kalender erfüllen? Soll er primär Platz für Termine bieten (große Schreibflächen), oder stehen visuelle Details und Suchspiele im Vordergrund?
2. Wo soll er hängen? Der Kalender muss gut erreichbar sein und darf nicht durch Schränke, Regale oder andere Möbel verdeckt werden.
3. Wie ist der Aktionsradius der Kinder? Können Kinder direkt in der Nähe stehen? Ist der Platz durch Sitzbänke oder Tische versperrt, leidet die Möglichkeit, mit dem Kalender zu interagieren.
4. Welche Themen wecken echtes Interesse? Ob Tiere, Alltagsszenen oder Landschaften – die Motive bestimmen, wie leicht der Einstieg und Austausch gelingt.
5. Passt das Kalenderjahr? Klingt banal, schützt aber vor Fehlkäufen: Ein datierter Kalender muss exakt zum geplanten Nutzungszeitraum passen.
6. Was passiert nach Monatsende? Nachhaltige Pluspunkte: Manche Kalenderblätter sind zu schade für die Tonne und lassen sich wunderbar als Poster weiterverwenden – so wie bei unserem Wimmelkalender.
Unsere Empfehlung: der Wimmelkalender 2027 von Fairy Tales Retold
Unser Wimmelkalender 2027 verbindet wechselnde Wandbilder mit einer konkreten Suchidee: Zwölf handgezeichnete Wimmelwelten begleiten durch das Jahr, auf jedem Monatsblatt warten 20 versteckte Dinge darauf, entdeckt zu werden.
Die Illustrationen sind mit Aquarellfarben gestaltet. Der Kalender ist auf Deutsch und Englisch angelegt, wird in Deutschland gedruckt und ist im A2- und A3-Format erhältlich. A3 bietet sich bei begrenzter Wandfläche an. A2 ist eine Überlegung wert, wenn du die Bilddetails großzügiger zeigen möchtest.
Die Besonderheit: Die Motive können nach dem jeweiligen Monat als Poster weiterverwendet werden können. So darf ein Lieblingsbild bleiben, während im Kalender schon die nächste Wimmelwelt beginnt.
Wie funktioniert ein Wimmelkalender?
Ein Wimmelbild braucht keine komplizierte Erklärung. Passe einfach die folgenden Ideen an das Motiv und die Lust der Kinder an:
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Ich sehe etwas: Beschreibe einen sichtbaren Gegenstand über Farbe, Form oder Lage. Gebe bei Bedarf einen weiteren Hinweis.
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Eine Figur bekommt eine Geschichte: Sucht gemeinsam eine Figur aus. Wo kommt sie her? Was hat sie vor? Was könnte sie gleich sagen oder als nächstes tun?
- Morgen schauen wir noch einmal: Merkt euch eine kleine Szene und betrachtet sie am nächsten Tag erneut. Vielleicht fällt jemandem dann ein ganz anderes Detail auf.
Beim Sprechenlernen nennt das BIÖG unter anderem Zeigen, Benennen, Vorlesen und Erklären als Möglichkeiten, die Sprechfreude zu begleiten. Unser Wimmelkalender greift diesen Gedanken mit den liebevoll gestalteten Wimmelwelten auf und macht aus jedem Monat eine spannende Entdeckungsreise.
Quelle: BIÖG: Sprechen lernen, mit allen Sinnen wie von selbst.
Wenn aus den kleinen Bildergeschichten eine längere Lesezeit wird, findest du weitere Anregungen in unserem Artikel Vorlesen mit Kindern: Tipps für eine magische Vorlesezeit.
Häufige Fragen zu Wandkalendern für Kinder
Muss ein Kind schon lesen können?
Für das gemeinsame Betrachten eines Wimmelbildes ist Lesen keine Voraussetzung. Lass das Kind zunächst zeigen, was es interessiert. Datumsangaben oder Suchbegriffe können Erwachsene bei Bedarf vorlesen. Wenn der Kalender aber zur individuellen Terminkoordinationen dient, sollte dein Kind schon lesen können.
Was tun, wenn ein Kind nichts findet?
Verkleinere die Aufgabe: Zeige auf einen Bildausschnitt oder sucht zunächst gemeinsam nach einer auffälligen Farbe. Beende das Spiel, wenn das Interesse nachlässt. Es gibt keinen Grund, alle Suchaufgaben auf einmal zu lösen.
Kann ein Kalender auch ohne gemeinsame Sprache genutzt werden?
Zeigen und gemeinsames Anschauen bieten einen Einstieg, auch wenn nicht alle dieselbe Sprache sprechen. Kinder sollen die Dinge einfach in ihrer vertrauten Sprache benennen. Übersetzen ist für dieses gemeinsame Entdecken keine Pflicht.
Welcher Kalender darf bei dir einziehen?
Ein guter Kinderkalender sollte einen bestimmten Zweck erfüllen, welchen, das bestimmst du. Vielleicht braucht eure Familie eine übersichtliche Wochenplanung. Vielleicht fehlt im Gruppenraum ein dekoratives Bild oder du möchtest das Wartezimmer lebendiger gestalten. Für jeden Zweck gibt es den passenden Wandkalender.
Über den Autor
Stephan Kalinski ist Gründer von Fairy Tales Retold. Seit 2019 beschäftigt er sich mit der zeitgemäßen Neuerzählung klassischer Märchen und entwickelt gemeinsam mit Illustratoren, Eltern und Kindern moderne Versionen bekannter Geschichten.
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
